Steuerklassen 3 und 5: Nachzahlung berechnen

Ehepaare, die gemeinsam in den Steuerklassen 3 und 5 veranlagt werden, erwartet oft am Ende des Jahres eine unangenehme Überraschung, weil die Nachzahlung bei der Lohnsteuer die Regel ist. Die Trennung der Steuerklassen half ihnen zwar dabei, monatlich mehr Geld auf dem Konto zu behalten, doch wenn die Nachzahlung zu hoch wird, ist dieser positive Effekt hinfällig.

Es ist deshalb in jedem Fall lohnend, bereits frühzeitig die Höhe der Nachzahlung zu berechnen, um geeignete Maßnahmen treffen zu können.

Warum muss in den Steuerklasse 3 und 5 so häufig nachgezahlt werden?

Die Steuerklassen 3 und 5 sind für Paare, die deutlich unterschiedliche Gehälter beziehen. Wenn ein Partner mehr als 60 Prozent des Gesamteinkommens beisteuert, solle man diese Klassen wählen und nicht in Steuerklasse 4 verbleiben, heißt es. Jedes Gehalt wird nun erst einmal einzeln veranlagt.

Der Partner in Steuerklasse 5 zahlt zwar praktisch ab dem ersten Euro Lohnsteuer, doch sehr wenig. Am Ende wird sein Gehalt jedoch aufgrund der gemeinsamen Veranlagung mit dem des Partners, der in Steuerklasse 3 ist, zusammengerechnet. Es ist folglich viel höher. Die gezahlte Lohnsteuer reicht nicht aus. Die Nachzahlung kommt zustande.

So kann man die Nachzahlung in den Steuerklassen 3 und 5 berechnen

Man kann mit einer einfachen mathematischen Operation herausfinden, wie viel Lohnsteuer nachgezahlt werden muss. Die Gehälter der Partner aus den Steuerklassen 3 und 5 werden addiert, ganz so, als seien sie von nur einer steuerpflichtigen Person erwirtschaftet worden. Anschließend wirft man einen Blick auf die zuzahlende Lohnsteuer für diesen Betrag.

Hierbei können die aktuellen Splittingtabellen helfen, die über die Höhe der Lohnsteuer informieren. Die Splitting-Tabellen für 2013 können unter http://www.vlh-muenchen.de/18.html abgerufen werden. Nun zieht man von der zu zahlenden Lohnsteuer den bereits entrichteten Betrag ab und erhält im Ergebnis die eigene Nachzahlung.

 

 

Kann man die Nachzahlung vermeiden?

Es ist möglich, die Nachzahlung zu vermeiden, wenn man dafür in Kauf nimmt, monatlich weniger Geld in der Tasche zu haben. Entweder man wechselt aus den Steuerklassen 3 und 5 in die vierte oder man leistet eine sogenannte Vorauszahlungen, die Gewerbetreibende von der Umsatzsteuer kennen dürften. Die Vorauszahlung wird jedes Quartal gezahlt. Ihre Höhe wird mit dem Finanzamt ausgehandelt.

Auf einen Blick: Nachzahlung in den Steuerklassen 3 und 5 vermeiden

Nachzahlung in den Steuerklassen 3 und 5 vermeiden: Die wichtigsten Schritte:

1.     Beide Gehälter addieren

2.     Bereits gezahlte Lohnsteuer berechnen

3.     Zu zahlende Lohnsteuer mit Hilfe der Splittingtabellen berechnen

4.     Nachzahlung berechnen: Gezahlte Lohnsteuer von der zu zahlenden abziehen

5.     Mit dem Finanzamt eine Vorauszahlung ausmachen oder die Steuerklasse wechseln

In welche Steuerklasse sollte man wechseln, um die Nachzahlung zu vermeiden?

Will man Nachzahlungen vermeiden, empfiehlt sich ein Wechsel in die Steuerklasse 4 /4 oder auch die Nutzung der Steuerklasse 4 mit Faktorverfahren. Entscheidet man sich für die Steuerklasse 4 mit Faktorverfahren, dann berechnet das Finanzamt für beide Ehepartner die Steuerlast, die voraussichtlich fällig wird.

Die vorausberechnete Steuer wird dann durch den monatlichen Lohnsteuerabzug getilgt. Im besten Fall erreicht man durch einen Wechsel in die Steuerklasse 4 Faktorverfahren eine Steuererstattung bzw. Steuernachzahlung von 0 Euro.

Was sollte man vor einem Wechsel der Steuerklasse unbedingt berücksichtigen

Nachdem die Steuerklasse nur einmal im Jahr gewechselt werden kann, sollte der Wechsel genau überlegt werden. Denn wird in naher Zukunft erwartet, dass Lohnersatzleistungen in Anspruch genommen werden müssen wie Arbeitslosengeld, Krankengeld oder ist Nachwuchs geplant, dann kann sich ein Wechsel in eine andere Steuerklasse negativ auswirken.

Wann macht es Sinn, sich für die Steuerklasse 3 und 5 zu entscheiden?

Steht das Einkommen in einem Verhältnis 60:40, dann ist es in der Regel sinnvoll, sich für die Steuerklassen 3 und 5 zu entscheiden. Der Ehegatte mit dem höheren Einkommen sollte sich dabei für die Steuerklasse 3 entscheiden.

Grundsätzlich ergibt sich durch diese Wahl keine Steuerersparnis, sondern vielmehr wird hierdurch nur durch die geringeren Lohnsteuerabzüge die im Rahmen der Steuererklärung zu erwartende Steuererstattung vorgezogen.